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Das Parfüm...

... die Geschichte eines literarischen Desasters.

Als Patrick Süskind im Jahre 1949 in Ambach, am Starnberger See, das Licht der Welt erblickte konnte noch niemand Ahnen das wohl einer der, wie ihn viele nennen, besten deutschen Autoren unserer Zeit geboren war. Dies änderte sich jedoch, als er im Jahre 1987 seinen internationalen Bestseller "Das Parfüm" veröffentlichte - für den er bis heute Ruhm erntet. Berechtigt?

Patrick Süskind überraschte mich, von der ersten Seite an, mit einem erfrischendem Stil. Natürlich, verständlich und dennoch nicht von der Straße aufgelesen. Es ging herunter wie Öl.

Doch diese anfängliche Euphorie legte sich schnell nach einigen Seiten. Nicht nur, daß Süskind zusehends szenischer und plumper wurde, er begann sich förmlich in seiner Geschichte zu verlieren. Schon nach kurzer Zeit begann ich nach dem sprichwörtlichen "Kick" zu suchen, dem Moment eines Buches, in dem es einen Packt - nicht mehr los lässt - und man förmlich beginnt es beim lesen in sich hinein zu schlingen. Dieser Moment blieb aus, bis zur letzten Seite.
Nicht nur daß jener sprichwörtliche "Kick" mir verschlossen blieb, auch eine gewisse Langatmigkeit begann sich rasch einzustellen. So beginnt Patrick Süskind schon in Kapitel 11 sich in einem endlos scheinenden inneren Monolog des zweitklassigen Parfumeurs, Giuseppe Baldini, zu verlieren. Im späteren Verlauf des Buches, genau genommen in Kapitel 25, beginnt Süskind dies auf eine abartige Perfektion hin zu steigern. Sein Hauptcharakter verbringt ganze sieben Jahre einsam in einer Höhle, in der er seine eigenen "geruchlichen Welten" erschafft.
Es ist also schon hier abzusehen, daß es sich um eine weniger interessante - aber dafür um so längere Passage - im Buch handelt und als wäre dies nicht genug, beginnt Süskind seine Geschichte danach fast selbst in die Lächerlichkeit zu ziehen. Und zwar in jenem Moment, als der "Marquis de la Taillade-Espinasse" die Bühne des "Parfüms", mit samt seiner sehr seltsamen Elementenlehre, betritt. Etwas, welches ich nun nicht näher erläutern möchte.

Abschließend sei Patrick Süskinds Geruchsbeschreibungen noch ein kurzer Kommentar geweiht. Auch wenn es der Kernpunkt der Geschichte ist, scheint Süskind nicht dazu in der Lage gewesen zu sein einen sich besonders hervorhebenden oder gar innovativen Stil zu finden. Etwas, ein Mensch, riecht nach "Katzendreck, Schweiß, Wolle und gammeliger Milch" und Arlex Haley beschrieb uns schon 1976 in "Roots", daß wir Europäer genau so für andere Menschen riechen.

Mit diesen Worten, guten Appetit!
8.11.06 00:37
 


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